Entlassmanagement

Ausgangslage:
Das Entlassmanagement nach § 39 SGB V wurde eingeführt, um Patient:innen beim
Übergang vom Krankenhaus in die nachfolgende Versorgung zu unterstützen. Ziel ist eine
durchgängige, bedarfsgerechte Versorgung ohne Brüche.

In der Praxis zeigt sich jedoch eine zunehmend besorgniserregende Entwicklung:
• Unzureichende Umsetzung: Trotz gesetzlicher Verpflichtung bleibt das Entlassmanagement
   in vielen Kliniken lückenhaft und uneinheitlich organisiert.
   Schnittstellenprobleme: Hausärzte, Pflegedienste und andere Nachversorger erhalten oft zu
   spät oder unvollständige Informationen.
• Versorgungsrisiken: Patient:innen werden ohne gesicherte Anschlussversorgung entlassen.
   Medikamentenlücken oder fehlende Hilfsmittel sind häufig.
   Belastung der Angehörigen: Familien fühlen sich allein gelassen und müssen ad hoc
   organisieren, was eigentlich Aufgabe der Versorgungskette wäre und häufig zu
   Ressourcenverschwendung führt.
• Folgen: Steigende Zahl von Wiedereinweisungen, erhöhte Belastung von Notaufnahmen,
   sinkende Versorgungsqualität und wachsende Unzufriedenheit bei allen Beteiligten.

Diese Entwicklungen stehen im Widerspruch zum gesetzlichen Anspruch des § 39 SGB V
und verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf, Kommunikation, Prozesse und
Verantwortung im Entlassmanagement verbindlich zu verbessern.

Ziele und Vorgehen:
Das ExpertenNetzwerk verfolgt das Ziel, durch klare Prozesse, einheitliche
Kommunikationswege-und plattformen und verbindliche Zusammenarbeit eine lückenlose
und stabile Nachversorgung für Patient:innen zu gewährleisten.
Ein zentrales Anliegen ist es, die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu stärken und eine
kontinuierliche, wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Damit werden unnötige Re-
Aufnahmen vermieden und unter anderem auch die Notaufnahmen entlastet, sowie Kosten
im gesamten Gesundheitssystem gesenkt.

Dazu wird das ExpertenNetzwerk:
• Schnittstellenbrüche analysieren und optimieren.
• Transparenz & Qualität schaffen durch gezielte Aufklärung und Schulung.
• Kommunikationslücken schließen.
• Kontrollmechanismen erstellen, um Versorgungsbrüche zu verhindern oder schnell
   erkennbar zu machen.

Sprecher:in

Danielle Nolte-Bohm