Parkinson
Ausgangslage
Die Parkinson-Krankheit ist nach der Demenz vom Alzheimer-Typ die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung (Poewe et al. 2017). Im Gegensatz zur Demenz vom Alzheimer-Typ zeigt sie derzeit ein schnelleres Wachstum, so dass in den nächsten Jahren immer mehr Parkinson-Patienten versorgt werden müssen (Dorsey et al. 2018). In Deutschland sind etwa 300.000 Menschen betroffen.
Die Behandlung der Parkinson-Krankheit ist komplex und erfordert einen multidisziplinären Ansatz, um die Lebensqualität der Betroffenen zu optimieren (Stocchi et al. 2024). Die Koordination dieser vielfältigen Behandlungsansätze erfordert eine gute Kommunikation zwischen den Fachdisziplinen und leicht zugängliche Anlaufstellen für Patienten und Angehörige (Weise et al. 2024). Die Einrichtung regionaler interdisziplinärer und interprofessioneller Parkinsonnetze und die Verwendung abgestimmter Behandlungskonzepte über die Grenzen der stationären und ambulanten Versorgungsangebote hinweg können dazu beitragen, die Versorgung zu optimieren und den Patienten eine konsistente Betreuung zu bieten (Ypinga et al. 2018; Rajan et al. 2020; Bloem et al. 2021).
Regionale Parkinsonnetzwerke wie das Parkinsonnetz OWL+ (PNOWL+ 2024) haben das Ziel, die interprofessionelle Versorgung von Menschen mit Parkinson über den gesamten Verlauf der Erkrankung zu verbessern. Zu diesem Zweck treffen sich interessierte Therapeuten, Pflegekräfte, Apotheker und Ärzte aus Kliniken und Niederlassung, um gemeinsame, an die regionalen Bedarfe in OWL angepasste Therapiekonzepte zu erarbeiten und für die Patientinnen und Patienten sichtbar und zugänglich zu machen.
Ziele und mögliche Themen
Die Nutzergruppe verfolgt das Ziel, eine digitale Versorgungsplattform zum sektorenübergreifenden Austausch aller involvierten Akteure im Versorgungsprozess aufzubauen. Zusätzliche Tools wie eine Beratungshotline für teilnehmenden Parkinson-Patienten im PNOWL+, ebenso wie Schulungen im Rahmen einer Patientenschule, Lehrvideos oder Webinare sind angedacht.
Ein zentrales Anliegen ist es, dass die Versorger im Parkinsonnetz OstwestfalenLippe+ eine ideale und flächendeckende Versorgung aller Betroffenen erreichen möchten und nehmen dies zum Anlass auch den Bereich der Qualifikation für die teilnehmenden Akteure selbst in den Blick zu nehmen. Angedacht sind Schulungsangebote für Gesundheitsberufe (z. B. Parkinson-Nursing, Fachberatung in Apotheken) oder Lehrangebote für Studierende der Medizin, Psychologie, Pflege-, Sport- und Therapiewissenschaften. Der Verbund von Fort- und Bildungseinrichtungen bis hin zur Vernetzung mit universitären Versorgungsforscherinnen und -forschern soll zur Förderung der regionalen Versorgungsforschung genutzt werden. Interdisziplinäre Kompetenzen sollen vernetzt und vorhandene Versorgungsstrukturen optimiert, um damit eine nachhaltige Verbesserung im Rahmen der Patient-Journey für Parkinsonbetroffene und deren Angehörige in der Region erreichen zu können.
Mehrwert für ISyCARE / Ideen zur Einbindung in die Innovationscommunity
Beteiligung an der InnovationCommunity durch …
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Einbringung der Expertise von Betroffenen
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Teilnahme an Veranstaltungen
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Begleitung von co-creativen Forschungsansätzen im Rahmen von sozialen und technischen Entwicklungen
Sprecher:in