Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Sicht eingeschränkt ist, die Hände zittern oder die Kommunikation ohne gesprochene Worte auskommen muss? Und wie sollte eine Unterstützung aussehen, die wirklich zum eigenen Alltag passt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Kinder und Erwachsene am vergangenen Samstag in der Wissenswerkstadt Bielefeld. Im Rahmen der GENIALE 2026 veranstaltete das Projektteam der InnovationsCommunity ISyCARE das Mitmach-Angebot „Kids tüfteln für Kids“.

Ausprobieren, Perspektiven wechseln und kreativ werden

An verschiedenen Stationen konnten die Besucher:innen unterschiedliche Herausforderungen selbst erleben. Der von PVM – Patienten Versorgung Management Bielefeld bereitgestellte Rollstuhlparcours lud dazu ein, verschiedene Untergründe und typische Alltagssituationen mit dem Rollstuhl auszuprobieren. Simulationsbrillen machten Sehbeeinträchtigungen wie den Grauen Star erfahrbar, während spezielle Stifte einen Tremor imitierten. Auch beim Blindenfußball und beim Erkunden des Parcours mit einem Blindenstock konnten die Besucher:innen neue Erfahrungen sammeln.

Wie Kommunikation ohne gesprochene Worte gelingen kann, zeigte die von Edmont Jüttemeier aus Bielefeld entwickelte SagMal-App. Sie unterstützt Menschen dabei, mithilfe von Symbolen und Wörtern eigene Aussagen zu formulieren und per Sprachausgabe verständlich zu machen. Beim Spiel zur Patient Journey konnten Besucher:innen außerdem eigene Erfahrungen mit Krankheit und ihren Wegen durch das Gesundheitssystem teilen.

Kreativität war beim Bau des sogenannten Helfomaten gefragt. Unter der Leitfrage „Wie muss eine Unterstützung im Alltag für dich aussehen?“ entwickelten die Kinder eigene Ideen und setzten ihre Vorstellungen gestalterisch um. Dabei standen ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche im Mittelpunkt.

Großer Andrang und viel Neugier

Das Angebot war mit 80 bis 100 Besucher:innen sehr gut besucht. Nicht nur Kinder probierten die verschiedenen Stationen aus – auch Erwachsene zeigten großes Interesse und nutzten die Gelegenheit, neue Perspektiven einzunehmen.

Das Format zeigte, wie wichtig es ist, Barrieren erfahrbar zu machen, Bedürfnisse ernst zu nehmen und gemeinsam passende Lösungen für den Alltag zu entwickeln. Genau hier setzt die InnovationsCommunity ISyCARE an: Unterstützungsangebote sollen sich an den Bedürfnissen der Nutzer:innen orientieren und gemeinsam mit ihnen entwickelt werden.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten und Besucher:innen für das große Interesse!