Was brauchen Sozialunternehmen in unterschiedlichen Handlungsfeldern, um langfristig Wirkung zu entfalten? Darüber sprach Charlotte Sandoval von ISyCARE beim Meetup „Impact made in Bielefeld: Für mehr wirkungsorientierte Gründungen und Sozialunternehmertum in der Stadt“ von Open Innovation City Bielefeld am 24. September. Die Veranstaltung brachte Menschen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Bildung sowie Bürger- und Zivilgesellschaft zusammen, um gesellschaftliche Herausforderungen mit unternehmerischem Handeln zu verbinden und die Zukunft Bielefelds als Innovationsstandort zu diskutieren.

Nach einem Impulsvortrag zu Sozialunternehmertum, Wirkung und Zusammenarbeit für soziale Innovation durch Dr. Jennifer Eschweiler von der Bertelsmann Stiftung, ging es im ersten Impact-Talk darum, wie Bielefeld zu einem starken Ökosystem für Impact-Gründungen und soziale Innovationen werden kann.

Im zweiten Impact-Talk diskutierte Charlotte Sandoval gemeinsam mit Gründer:innen aus unterschiedlichen Bereichen über die Frage, was es braucht, damit gute Ideen nicht bei einem zeitlich begrenzten Projekt oder einer Pilotphase stehen bleiben. Dabei wurde eine wichtige Parallele deutlich: auch ein Drittmittelprojekt wie ISyCARE muss während seiner Laufzeit ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln, das die aufgebauten Aktivitäten, Kooperationen und Strukturen nach dem Ende der Förderung weitertragen kann.

Der Vergleich zwischen einem Drittmittelprojekt und einem Startup konnte auch bei der nächsten Diskussionsfrage gezogen werden, in der es darum ging wie gutes Wirkungsmanagement dabei hilft, Kooperationen aufzubauen, Finanzierung zu sichern, oder die eigene Organisation weiterzuentwickeln. Wirkungsorientierung wurde dabei mehr als ein Reporting-Thema herausgearbeitet. Sie schafft Transparenz gegenüber dem Netzwerk und kann Kooperationen stärken: wenn Ziele, Beiträge und erreichte Veränderungen nachvollziehbar sind, entsteht Vertrauen zwischen den beteiligten Akteur:innen. Zugleich ist sie für die Rechenschaft gegenüber Fördermittelgebenden ebenso wichtig wie für die strategische Weiterentwicklung der Community-Aktivitäten.

In der Diskussion wurde daher die Bedeutung von Wirkungsmodellen wie IOOI reflektiert. Die Unterscheidung von eingesetzten Ressourcen (Input), Aktivitäten (Output), direkten Veränderungen bei Zielgruppen (Outcome) und langfristiger gesellschaftlicher Wirkung (Impact) unterstützt dabei, Maßnahmen nicht nur zu dokumentieren, sondern aus den Ergebnissen zu lernen und Angebote gezielt weiterzuentwickeln.

Auf die Frage, welche Veränderung im Bielefelder Ökosystem den größten Unterschied machen könnte, verwies Charlotte Sandoval auf Beispiele aus anderen Städten und Regionen – unter anderem Linz. Dort haben kommunale Akteur:innen kollektive Stakeholderprozesse angestoßen und moderiert, um eine regionale Innovationsstrategie gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu entwickeln. Für Ostwestfalen-Lippe wäre eine vergleichbare, politisch getragene Zukunftsstrategie ein großer Hebel, die Perspektiven für die hiesige Wirtschaft vor allem im Bereich der Gesundheitswirtschaft aufweisen könnte. Dabei sollte sie sowohl auf wirtschaftliche Transformation ausgerichtet sein, also Transformationspotenziale etablierter Unternehmen in besonders risikobehafteten Branchen, wie dem lokal ansässigen Maschinen- und Anlagenbau, als auch die Förderung von Gründungen im Gesundheitsbereich mit konkreten Unterstützenden Angeboten und Maßnahmen adressieren. Gerade an den Schnittstellen von Gesundheit, Technologie und sozialer Innovation soll mithilfe von ISyCARE ein Umfeld entstehen, in dem neue Lösungen erprobt und nachhaltig in die Versorgung überführt werden.

ISyCARE dankt Open Innovation City Bielefeld und allen Beteiligten für den offenen Austausch. Die Veranstaltung zeigte: das Thema Wirkungsorientierung verbindet Menschen aus den unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft: Startups und Unternehmen, Politik und Verwaltungen, Forschung und Bildung und die Bürger- und Zivilgesellschaft – und kann zum gemeinsamen Kompass für eine zukunftsfähige Region werden.